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Alevi Toplumu-Alevitische Gemeinde

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Jede Glaubensgemeinschaft hat im Laufe der Zeit ihre eigenen spezifischen Rituale hervorgebracht.

Diese Rituale und Zeremonien sind im Grunde Kernelemente jeder Glaubensbewegung.

Sie dienen sowohl dem Gemeinschaftsgefühl als auch zur Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Für die Aleviten ist das Cem-Ritual ein Hauptmerkmal, das sie von anderen islamischen Richtungen  abgrenzt.

Das Wort Cem stammt aus dem arabischen und bedeutet so viel wie zusammenkommen, sich treffen. Der Ursprung des Gottesdienstes geht auf die Versammlung der verborgenen 40 Heiligen des Alevitentums (Kirklar Cem`í) zurück.

Er unterscheidet sich in einem zentralen Punkt von den anderen; Die alevitische Gemeinde verpflichtet sich nicht nur gegenüber Gott, sondern auch gegenüber jedem einzelnen Teilnehmer. Sie müssen miteinander „einverstanden“ sein (razi olmak), d. h. sie müssen untereinander in Einvernehmen sein.

Unter den Anwesenden darf keine Auseinandersetzung oder Feindschaft herrschen. In so einem Fall muss der geistliche Leiter des Cems (Dede oder Ana) die Unstimmigkeit explizit lösen und wieder für Harmonie sorgen.

Erst dann darf der Gottesdienst beginnen. Die Reinheit und die Harmonie der Anwesenden ermöglichen erst, dass ein Cem zustande kommt.

An den Gottesdiensten dürfen Mörder, Diebe und Ungläubige nicht teilnehmen. Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass mit Ungläubigen die Menschen gemeint sind, die keine Werte und Normen des religiösen anerkennen. Dieses Thema ist sehr umfangreich, sodass es unmöglich ist, es in einigen Sätzen zu erklären. Sinnvoll ist es daher, ein Gebetshaus (Cem evi) aufzusuchen und sich diese Informationen vor Ort zu holen.

Wir wollen hier versuchen, den Sinn und die Wichtigkeit des Gottesdienstes verständlich zu machen, zu erläutern.

Jahrhunderte lang wurde der Glaube vernachlässigt und nicht praktiziert.

Um das Glaubensverständnis wieder ins Leben zu rufen wird geraten, den alevitischen Gottesdienst zu besuchen und die eigene Identität dort wieder zu finden. Evident ist, dass dies der Weg zur inneren Ruhe und Balance, zum Frieden und zur Harmonie ist.

Es ist möglich, dass die mystische und spirituelle Atmosphäre des Gottesdienstes denjenigen, die Jahrhunderte nicht teilgenommen haben, verschlossen bleibt. Folglich können diese Defizite die Cem-Zeremonie beeinträchtigen aber der Sinn und die Wichtigkeit der Gottesdienste verändert bzw. verringert sich dadurch nicht.

Der Verschleiß von Informationen und Gütern in der heutigen Gesellschaft nimmt rapide zu. Dieser sollte kein Indikator für die Gottesdienste sein.

Ganz im Gegenteil, die Menschen brauchen das Friedfertige einer Lehre mehr als früher.

Trotz der Defizite werden die Teilnehmer, die mit aufrichtiger Offenheit die Gottesdienste besuchen, den wahren Sinn und Grund der Zeremonien verstehen. Für die Böswilligen wird das Gebetshaus zum Ort der Enge und Begrenzung.

Der Gottesdienst beginnt  vorab mit einem Test der Aufrichtigkeit; demnach muss die Eingangstüre des Cem-Raumes aufgrund des Respektes geküsst werden (niyaz), zusätzlich darf die Türschwelle nicht betreten werden.

Somit wird die Seele von schlechten Gedanken gereinigt. Dieser veränderte Bewusstseinszustand führt zur intuitiven und emotionalen Wahrnehmung des Gottesdienstes.

Es werden wichtige Themen angesprochen, u.a. der rituelle Semah-Tanz, das Opfermahl, die Diensthabenden, die Gebete, die vier Tore und die 40 Pforten, die religiösen Gedichte und Lieder, die Geschwisterschaft bzw. Weggemeinschaft (Wahlbruderschaft) der Familien und die Gebetskerze (als Symbol des ewigen Licht Gottes).

Diese Inhalte sind Stufen des Cems und müssen von allen Beteiligten mit Liebe und Respekt anerkannt werden. Es ist kein Theaterspiel, keine Tanz- oder Musikaufführung. Hinter diesem Gottesdienst steht letztendlich eine ernsthafte Botschaft.

Er bietet und gibt vielen den inneren Frieden, zeigt den Weg zur Wahrheit und zur Reinheit, sorgt für Einigkeit, Brüderlichkeit und hilft uns dabei, zu einem reifen und vollkommenen Mensch zu entwickeln.  Zudem werden die Prinzipien „zu sterben, bevor man stirbt” und „sein, ohne irgendetwas zu sein” erklärt.

Der Gottesdienst gehört den Menschen, die ihrem Glauben Treue schwören.

Er steht für das Ablegen der Rechenschaft (dara durmak) wie Mansur zu jener Zeit.

Der Ort, an dem die Liebe und die Erhabenheit hoch gerufen wird, an dem Reinheit und Aufrichtigkeit Platz haben. Der Gottesdienst ist der einzig wahre Ort!

Remzi Kaptan

 


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